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06.03.16
Konzert mit AQUABELLA

Stolpersteine (2005 und 2007)

Der Koelner Künstler Gunter Demnig verlegt so genannte Stolpersteine für Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft - für Juden, Roma und Sinti, politische Oppositionelle, bekennende Christen, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und Behinderte. Auf der metallenen Oberfläche der Steine  sind der Name, das Geburts- und das Todesjahr der Opfer eingraviert. Sie haben eine Oberfläche von 10 x10 cm und werden plan im Pflaster des Gehweges vor den Häusern, in denen sie gelebt haben, verlegt. In Fritzlar fielen 73 Menschen, allesamt Angehörige der jüdischen Minderheit, der Vernichtung durch die Nationalsozialisten zum Opfer. 

Der Kulturverein beantragte bei den städtischen Gremien, die Aktion Stolpersteine auch in Fritzlar durchführen zu dürfen. Dem Antrag wurde stattgegeben, allerdings verbunden mit der Auflage, die Zustimmung der Hausbesitzer einzuholen. Von den 27 betroffenen Hausbesitzern der Fritzlarer Kernstadt gaben 20 ihre Zustimmung. Damit war die Verlegung von 53 Stolpersteinen  gesichert . 7 Hausbesitzer verweigerten sie. Aus der evangelischen Kirchengemeinde kam ein Vorschlag, wie mit den Stolpersteinen für die 20 Opfer, die in diesen Häusern gelebt hatten, verfahren werden soll:
Je ein Drittel sollten vor der evangelischen Stadtkirche, vor dem St. Petri-Dom und vor dem Rathaus verlegt werden. Allerdings versagte die katholische Domgemeinde ihre Zustimmung. Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange dagegen befürwortete ausdrücklich die Verlegung von Stolpersteinen vor dem Rathaus. Am 7.März verlegte Gunter Demnig die ersten der insgesamt 73 Steine. Um 12.00 fand auf dem Marktplatz eine Kundgebung statt, an der auch jüdische Gäste aus den USA und England, allesamt Verwandte und Freunde der jüdischen Fritzlarer, teilnahmen. Vorher hatten sie sich in das goldene Buch der Stadt eingetragen.
Der Vorsitzende des Kulturvereins,  Dr. Ulrich Skubella, Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange, Dr. Ulrich Bock von der evangelischen Kirchengemeinde und die Schülerin Frederike Blümel von der Ursulinenschule hielten Ansprachen.
Danach führte Pfarrer i.R. Paulgerhard Lohmann die Anwesenden zum jüdischen Friedhof, wo das Totengebet - der Kaddisch -gesprochen wurde. Am Abend versammelte man sich im Hardehäuser Hof zu einem geselligen Beisammensein, das von der Sängerin Rita Siegmann und dem Akkordeonisten Nikolaj Avramtschuk musikalisch.
 
 1 -  Ansprache des Vorsitzenden des Kulturvereins Fritzlar, Herrn Dr. Skubella
 2 -  Ansprache von Bürgermeister K. W. Lange
 3 -  Ansprache von  Dr. Ulrich Bock, Evangelische Kirchengemeinde Fritzlar
 4 -  Ansprache von Friederike Blümel, Klasse 9 G 1