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Folteretage im Grauen Turm (2005)

Wo sich im Grauen Turm heute ältere Fritzlarer - die "Türmer" - auf ein Schwätzchen und ein Bier treffen, war im Mittelalter das Verlies. Ein Eingang zu dem ebenerdigen Raum wurde erst´im Jahre 1574 geschaffen, bis dahin diente er als städtisches Untersuchungsgefängnis. Die Gefangenen wurden von der darüber befindlichen Etage des Grauen Turms mit einer so genannten Haspel durch das "Angstloch" ins Verlies herabgelassen.
       
Nachdem der Kulturverein die "Bonifatius-Etage "eingerichtet hatte, lag der Gedanke nahe, eine weitere Etage im Grauen Turm zu gestalten, und was lag da näher als dort eine Folteretage einzurichten.
  
Inspiriert durch das sehenswerte Museum auf Schloss Waldeck, das sich mit der einer ähnlichen Thematik beschäftigt, wurde ein Schandpfahl und ein Pranger aufgebaut und zwei Figuren - eine weibliche und eine männliche - für diese Beispiele diskriminierender Bestrafungsmethoden im Mittelalter bei der Hamburger Bildhauerin Viviane Gernaert in Auftrag gegeben.    
  
Der Archivar der Stadt Fritzlar, Clemens Lohmann, formulierte einen Text zu der Thematik der Bestrafungspraktiken im Mittelalter, und da die Mainzer Erzbischöfe bis 1806 oberste Gerichtsherren in Fritzlar waren, wurde eine Fahne mit ihrem Wappen aufgehängt. Hinzu kam eine Lichtschranke, die beim Betreten der Etage die gezeigten Objekte in helles Licht taucht, und zwei Überwachungskameras.
Das alles hat viel Geld gekostet, aber dank der Unterstützung der Heimatstiftung der VR-Bank Schwalm-Eder und der Kulturstiftung der Kreissparkasse Schwalm-Eder war die Finanzierung ohne grössere Eigenmittel möglich.
Die so genannte Folteretage ist sicher eine Bereicherung des Grauen Turms und wurde im Spätsommer 2005 schon von vielen Touristen besucht.

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